Es ist ein regnerischer Samstag. „Eine gute Gelgenheit für ein gutes Buch“, denkt sich unsere Hauptperson. Sie schlendert mit einem Regenschirm zur nächten Buchhandlung. Als sie die Türe öffnet strömt ihr der Duft vieler tausender Bücher entgegen. Gemütlich schlendert sie weiter zu den unterschiedlichsten Regale und liest die Umschläge: Orlando, Der Magier, Faust, Hiob, Große Erwartungen, Jane Eyre, Das Dekameron, Der alte Mann und das Meer- das „Übliche“ eben. Doch plötzlich hält sie dieses eine Buch in der Hand: der Autor: ein gewisser Beppe Fenoglio; der Titel: Eine Privatsache.
Jeder von uns könnte die Hauptperson dieser Szene sein, denn jeder von uns(zumindest nehme ich das an) war schon einmal in so einer Situation. Man fragt sich dann natürlich, ob es womöglich an (s)einer Bildungslücke liegt oder einfacher, an dem Autor selbst. Ich meine, was können wir dafür, wenn er es nicht geschafft hat das Zeitliche durch Alkoholprobleme a la Hemingway zu segnen und damit in die Literaturgeschichte einzugehen?! Womöglich klingt es grausam und gemein, aber seien wir mal ehrlich, es ist nunmal so!
Gut, dass es in solchen Situationen Journalisten gibt und natürlich auch BLOGS- so wie dieser hier, die sich diesen Problemen annehemen und versuchen sowohl die Bildungslücke zu stopfen, als auch das Andenken eines unbekannten Autors(möge seine Seele in Frieden ruhen) zu wahren! Diese Journalisten arbeiten dann beispielsweise z.B. für die deutsche Wochenzeitung „Zeit“, die eine ganze Rubrik(?!) vergessenen Autoren widmet.
Einer davon ist der bereits erwähnte Beppe Fenoglio, ein italienischer Schriftsteller, der 1922 in dem kleinen Städtchen Alba geboren wird um genau 40 Jahre später zu sterben. Als Verfasser einer Handvoll Romane wurde er in den fünfziger Jahren kurz bekannt, dann zog er sich vom Literaturbetrieb zurück, um als Englischkorrespondent einer Weinfirma ein unscheinbares Leben zu führen. Er war eben öffentlichkeitsscheu und fand es nicht mehr nötig zu publizieren, auch wenn er weiterhin schrieb!
Fenoglio´s Werke gehören teilweise zum Neorealismus(ca. 1943- 1954)- eine Epoche der Filmgeschichte und der Literatur, inspieriert vom französischen poetischen Realismus und Marxismus.
In seinem berühmtesten Roman „Eine Privatsache“(ebenfalls vorhin erwähnt) erzählt er die Passionsgeschichte des jungen Partisanen Milton, der sich mit seiner Truppe in der Nähe eines Landhauses befindet, wo er Jahre zuvor eine Liebesaffäre mit der jungen Fulvia erlebt hatte und sie noch immer liebt. Diese Liebe soll ihm zum Verhängnis werden, als er erfährt, dass sie ihn mit seinem besten Freund Giorgio betrogen hat. Dieser ist wiederum in Gefangenschaft geraten. Bei dem Versuch Milton´s Giorgio zu befreien, verliert er sein Leben… seine private Angelegenheit wurde ihm zum tödlichen Verhältnis!
Klingt doch ganz spannend- und immer nur Hemingway oder Andersch ist auch langweilig, also ab zur nächten Buchhandlung oder Bibliothek und schnell das Werk kaufen bzw.ausborgen!
Eure Sanja